Wann wird eine Drogen-MPU angeordnet?
Im Gegensatz zur Alkohol-MPU gibt es bei Drogen keine Promillegrenze. Bereits der einmalige Konsum bestimmter Substanzen kann zur MPU führen:
- Fahren unter Drogeneinfluss – auch bei geringsten Mengen im Blut
- Besitz von Drogen in Verbindung mit einer Fahrerlaubnis
- Cannabis: Ab 1,0 ng/ml THC im Blut (Grenzwert bei Fahrt)
- Harte Drogen (Kokain, Amphetamine, Ecstasy, Heroin): Bereits einmaliger Nachweis genuegt
- Drogenabhaengigkeit oder regelmaessiger Konsum (auch ohne Verkehrsdelikt)
Besonderheit Cannabis: Seit der Teillegalisierung 2024 gelten neue Grenzwerte. Im Strassenverkehr liegt der Grenzwert bei 3,5 ng/ml THC im Blut. Dennoch kann bei Hinweisen auf regelmaessigen Konsum eine MPU angeordnet werden.
Ablauf der Drogen-MPU
1. Medizinische Untersuchung
Neben der koerperlichen Untersuchung werden umfangreiche Laborwerte erhoben. Bei Drogen stehen insbesondere Urin-Screenings und Haaranalysen im Vordergrund. Je nach Substanz muessen Sie eine Abstinenz von 6 bis 12 Monaten nachweisen.
2. Leistungstests
Standardisierte Tests pruefen Ihre kognitive Leistungsfaehigkeit: Reaktionszeit, Konzentration, Aufmerksamkeit und Belastbarkeit.
3. Psychologisches Gespraech
Der Gutachter moechte verstehen: Warum haben Sie konsumiert? Was hat sich seitdem veraendert? Wie stellen Sie sicher, dass Konsum und Fahren kuenftig getrennt bleiben? Ehrliche Selbstreflexion ist hier der Schluessel zum Erfolg.
Abstinenzanforderungen bei Drogen
- Cannabis (regelmaessig): Mindestens 12 Monate Abstinenz, nachgewiesen durch Urin-Screenings (6x in 12 Monaten) oder Haaranalyse
- Cannabis (gelegentlich): 6 Monate Abstinenz koennen ausreichen, wenn glaubhafte Trennung von Konsum und Fahren dargelegt wird
- Harte Drogen: Grundsaetzlich 12 Monate nachgewiesene Abstinenz
- Polytoxikomanie (Mischkonsum): Meist 12+ Monate Abstinenz erforderlich
Haeufige Fehler bei der Drogen-MPU
- Konsum verharmlosen oder leugnen – Gutachter haben Zugang zu Ihren Akten
- Zu frueh zur MPU gehen, ohne ausreichende Abstinenznachweise
- Keine professionelle Vorbereitung und dadurch unreflektierte Antworten
- Passiv-THC-Ausrede ohne glaubhafte Erklaerung